Mit dem AffenPark entsteht im Zoo Krefeld ein modernes Artenschutzzentrum für Menschenaffen und kleinere Primaten. Ziel ist es, optimale Lebensbedingungen für die Tiere zu schaffen, wissenschaftliche Erkenntnisse zum Schutz bedrohter Arten zu fördern und Besuchern Wissen über Primaten und ihren Lebensraum zu vermitteln. Auf 20.000 m² entstehen in drei Bauabschnitten neue Anlagen für Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans – geplant nach neuesten Standards in Tierhaltung und Forschung.

Basis für die Planung des ArtenschutzZentrum Affenpark ist der "One plan approach" (OPA) der Weltnaturschutz-Organisation IUCN. Mit der zoologischen, tierpflegerischen und wissenschaftlichen Arbeit im Affenpark erfüllt der Zoo Krefeld  seinen Part am Ex-situ-Artenschutz des OPA.

Die Gründung des Forschungsnetzwerkes "ApeConnect Krefeld" bringt Universitäten und Akteure im Naturschutz zusammen und spannt den Bogen zum In-situ-Artenschutz in den Heimatländern der Affen. 

„Das ArtenschutzZentrum AffenPark ist Krefelds steingewordene Antwort auf die Katastrophe der Brandnacht. Hier nehmen wir die Menschen intellektuell und emotional mit und vermitteln ihnen, welche Bedeutung diese Tiere haben.

Die schreckliche Katastrophe im Affenhaus wird uns immer begleiten, doch wir haben von Anfang an gesagt: Dieser Brand ist nicht das letzte Wort. Der gemeinsame Weg eines Neubeginns steht heute im Mittelpunkt. Mit dem Artenschutzzentrum Affenpark werden wir in Krefeld eine fantastische Attraktion bekommen, die eine große Krefelder Tradition fortsetzt und zugleich höchste moderne Standards artgerechter Tierhaltung erfüllen wird."

Frank Meyer

Oberbürgermeister der Stadt Krefeld

Wir sagen DANKE!

Dieses Haus wird getragen von der überragenden Solidarität von über 20.000 Menschen. Das klare Bekenntnis der Stadt Krefeld und aller Zoofreunde hat den Grundstein für die Zukunft unseres ArtenschutzZentrum Affenpark gelegt. Jede einzelne Spende war auf ihre Art bedeutend und wertvoll und hat den MenschenaffenWald Wirklichkeit werden lassen.  Damit beginnt hier in Krefeld ein neues Kapitel der Zoogeschichte. 

Wir danken von ganzem Herzen.

Dr. Stefanie Markowski

Zoodirektorin

Die Finanzierung des MenschenaffenWald steht auf vier Säulen: Spenden nach dem Brand des alten Affenhauses, Stiftungsgelder und Spenden für den vormals geplanten Schimpansenwald, Zahlungen der Versicherung und Mittel des Hauptgesellschafters Stadt Krefeld.

„Es hat mich tief beeindruckt, wie solidarisch die Krefelder mit ihrem Zoo umgegangen sind. Kleine Kinder standen mit ihren Spardosen vor den Toren, jeder hat auf seine Art einen Beitrag geleistet. Das hat nicht nur mir, sondern allen Betroffenen sehr geholfen, mit dieser Tragödie umgehen zu können.

Ich bin froh, dass sich die Stadtgemeinschaft dafür entschieden hat, die Tradition der Menschenaffen-Haltung in Krefeld fortzuführen, wo sie eine echte Tradition hat. Und ich bin dankbar für jeden, der mit seinen Spenden zum Neubau des Artenschutzzentrums Affenpark beiträgt.“

Friedrich R. Berlemann

1. Vorsitzender Zoofreunde Krefeld e.V. von 2008 bis 2024

MenschenaffenWald

Welche Tiere ziehen ein?

Die neue Anlage im Detail

28 Meter breit, 40 Meter lang, zwei Stockwerke hoch, 1.300 Kubikmeter Beton und viele Tonnen Stahl

Der Besucherbereich im Haus umfasst 200 Quadratmeter, der Rest gehört den Affen, den Pflegern und der Wissenschaft. Hinzu kommen zwei großzügige übernetzte Außenbereiche.

11,5 Millionen Euro sind für den ersten Bauabschnitt "MenschenaffenWald" veranschlagt worden. Die Finanzierung steht auf vier Säulen.

  • Säule 1: Spenden, die nach dem Brand an Zoo und Zoofreunde geflossen sind.
  • Säule 2: Stiftungsgelder und Spenden für den bereits 2019 geplanten „SchimpansenWald“
  • Säule 3:Zahlungen aus der Feuerversicherung
  • Säule 4: Beteiligung der Stadt als Mehrheitsgesellschafter

Der Grundstein verdeutlicht anhand der Fußabdrücke von Schimpanse, Gorilla und Mensch die verwandtschaftliche Nähe des Menschen. Er wurde vom Shona-Künstler Morgen Jamhu aus Zimbabwe gestaltet.
Unter dem Grundstein wird eine Zeitkapsel aus Kupfer eingemauert. Sie enthält  neben tagesaktuellen Zeitungen, der Zoo-Zeitschrift „Dschungeltrommel“ sowie Bauplänen ebenso Artikel über die diversen Beschlüsse und Beweggründe zum Neubau des „ArtenschutzZentrums Affenpark“.

Der neue MenschenaffenWald bietet den Tieren großzügige Außenanlagen mit besonderen Strukturen. Schimpansen Bally und Limbo nutzen eine abwechslungsreiche Anlage mit bis zu 14 Metern Höhe, vielfältiger Bepflanzung und einem künstlichen Termitenhügel. Die Vegetation – darunter Kopfweiden, Haselnuss und Johannisbeere – dient nicht nur als Nahrung, sondern auch als Versteck- und Klettermöglichkeit. Auch für die Gorillas wurde eine eigene Außenfläche geschaffen, die den natürlichen Lebensbedingungen angepasst ist.

Im neuen MenschenaffenWald zeigt der Zoo Krefeld unterschiedliche Ansätze der Vergesellschaftung: Während die Schimpansen Bally und Limbo nicht in eine fremde Gruppe integriert wurden, entsteht für die  jungen Gorillamännchen ein eigener Bereich, der ihren natürlichen Abnabelungsprozess widerspiegelt. Zudem wird mit den Schopfmangaben eine neue Gruppe aufgebaut. So kombiniert der Zoo bewusste Zurückhaltung, innerartliche Trennung und gezielten Gruppenaufbau, um tiergerechte Vergesellschaftungsschritte umzusetzen.

Mit der Eröffnung des MenschenaffenWalds können Besucherinnen und Besucher die Schimpansen Bally und Limbo erstmals nach langer Zeit wieder sehen. Die neue Anlage bietet spannende Einblicke in die dreidimensionale Lebensweise der Menschenaffen und macht ihre Intelligenz und ihr Verhalten direkt erlebbar. So wird der MenschenaffenWald nicht nur zum Lebensraum für die Tiere, sondern auch zu einem Lern- und Erlebnisort für das Publikum.

Die Bodengestaltung des MenschenaffenWalds setzt auf naturnahe und nachhaltige Elemente. Unterschiedliche Baumarten wie Hainbuchen, Linden und Weiden wurden gepflanzt, die sowohl Schatten als auch Nahrung bieten. Sträucher wie Haselnuss oder Johannisbeere schaffen zusätzliche Struktur und dienen als „Naschgarten“. Durch diese Bepflanzung entstehen natürliche Versteckmöglichkeiten, abwechslungsreiche Bodenstrukturen und zugleich ökologische Nachhaltigkeit, da die Pflanzen mehrfach genutzt werden – als Futterquelle, Kletterelemente und Lebensraum.

Im MenschenaffenWald können Besucher beobachten, wie die Tiere ihre Intelligenz und Geschicklichkeit zeigen – etwa am künstlichen Termitenhügel, an dem Schimpansen mit Stöcken Futter angeln. Solche Trainingssituationen fördern das natürliche Verhalten der Tiere und machen es für das Publikum unmittelbar sichtbar. Ergänzend bieten Führungen und Entdeckerstände Informationen über Verhalten, Intelligenz und Artenschutz, sodass Tiertraining und Besucherbildung Hand in Hand gehen

Das „Artenschutzzentrum Affenpark" soll in den nächsten 6 bis 8 Jahren in zwei weiteren, aufeinanderfolgenden Bauabschnitten realisiert werden. Unter anderem soll noch ein Haus für Orang-Utans und Gibbons entstehen. Der lange Zeitraum ermöglicht zum einen das Einwerben weiterer Investitionsmittel durch die Zoo Krefeld gGmbH und den Verein Zoofreunde Krefeld, insbesondere für die Bauabschnitte 2 und 3, zum anderen belastet keine über Jahre andauernde Großbaustelle den Zoo, seine Bewohner und die Besucher. Die Stadt beteiligt sich als Mehrheitsgesellschafter mit rund 20 Millionen Euro am Gesamtprojekt.

Artenschutz

Warum leben Menschenaffen in menschlicher Obhut?

„Unser gesellschaftlicher Auftrag ist der Kampf gegen das Artensterben. Zoos übernehmen die Funktion einer Arche und dienen darüber hinaus als Ort für Wissenschaft und Forschung. Die Basis unserer Arbeit ist das Wohlergehen der Tiere."

Dr. Stefanie Markowski

Zoodirektorin

Artenschutz ist Teamarbeit

Der "One Plan Approach" ist eine Idee der Welt-Naturschutz-Organisation IUCN. Alle Tiere, Pflanzen und Pilze - egal ob sie in der Natur leben oder vom Menschen gehalten werden - werden als eine Gesamtheit betrachtet.

Das gemeinsame Ziel: Tiere, Pflanzen und Pilze mit ihren Lebensräumen schützen. Dabei arbeiten viele zusammen: Regierungen, Zoos, Botanische Gärten, Umweltgruppen, Firmen und einzelne Menschen.

"Es ist nie zu spät. Arten können sich in der Wildnis erholen, wenn sie durch gut geführte Populationen in menschlicher Obhut, wie sie von Zoos, botanischen Gärten und Aquarien gepflegt werden, eine Chance erhalten."

Razan Al Mubarak

Präsidentin der IUCN

Statement der IUCN:

Die IUCN sagt in ihrem Positionspapier von 2023: Zoos sind sehr wichtig, weil sie eine Verbindung schaffen zwischen Artenschutz in der Natur (In-situ) und Artenschutz außerhalb der Natur (Ex-situ, z. B. in Zoos oder Zuchtprogrammen).

Zum Positionspapier des IUCN

Warum ist das bei Menschenaffen besonders wichtig?

Menschenaffen sind in der Wildnis stark bedroht – durch Abholzung, Jagd und Krankheiten. Zoos sichern durch gezielte Zuchtprogramme wichtige Reservepopulationen und erhalten so die genetische Vielfalt. Gleichzeitig ermöglichen sie Forschung und medizinisches Training, das auch Wildtieren zugutekommt. Als „Botschafterarten“ wecken Affen im Zoo Bewusstsein und Mitgefühl für den Schutz ihrer Lebensräume. So ergänzt die Haltung im Zoo den Artenschutz in der Natur und dient als Lebensversicherung für bedrohte Arten.

Affen brauchen besonders komplexe Schutzstrategien, da sie:

  • lange Lebenszyklen haben,
  • hohe Intelligenz und soziale Bindungen aufweisen,
  • und ihre Lebensräume schnell verschwinden.

"Während sich der Primat Mensch weltweit dramatisch ausweitet, zerstört er gleichzeitig massiv die Lebensräume aller anderen Primaten, so dass mittlerweile seine nächsten Verwandten, die Menschenaffen, zu den bedrohtesten Tierarten auf unserem Planeten gehören."

Dr. Wolfgang Dreßen

Zoodirektor von 2003 bis 2023

Fachbegriffe

Der "One plan approach" (OPA) ist die Zusammenarbeit von allen Einrichtungen, die Pflanzen, Tiere und Pilze erhalten möchten. 

Im traditionellen Ansatz waren die Pläne zum Schutz und Erhalt einer Tierart streng zwischen Natur und Menschenhand getrennt.  Es gab zwei Schutzstrategien, die nebeneinander herliefen. Einen Austausch gab es nur selten. Da Lebensräume immer mehr zerstört werden, reicht keiner der beiden Wege allein aus. Viele Arten brauchen heute eine ständige Betreuung und Planung, damit sie überhaupt überleben können.
So kam es Entwicklung Ansatzes "One plan approach". 

Im OPA ziehen alle an einem Strang, wenn es um den Erhalt einer Tier-, Pflanzen- oder Pilzart geht. 

In situ bedeutet „am ursprünglichen Ort“. In der Biologie und im Naturschutz beschreibt der Begriff, dass Tiere oder Pflanzen in ihrer natürlichen Umgebung geschützt werden – also dort, wo sie von Natur aus vorkommen. Das Gegenteil wäre „ex situ“, also die Haltung oder Zucht außerhalb des ursprünglichen Lebensraums, zum Beispiel im Zoo oder Botanischen Garten.

Ex situ bedeutet „außerhalb des ursprünglichen Ortes“. Im Naturschutz meint das, dass Tiere oder Pflanzen außerhalb ihres natürlichen Lebensraums geschützt oder gezüchtet werden – zum Beispiel in Zoos, Aquarien, Botanischen Gärten oder speziellen Zuchtstationen. So können bedrohte Arten bewahrt und später vielleicht wieder in die Natur zurückgeführt werden.

Tierwohl

„Artenschutz ist unser Auftrag, aber das wichtigste Ziel vor Ort ist das Wohlbefinden der Tiere.“

Dr. Stefanie Markowski

Tierärztin und Zoodirektorin

Das Wohlbefinden von Tieren entsteht aus vier Faktoren

Ernährung & Fütterung

Gesundheit & Pflege

Gehegegestaltung

Enrichment & Medical Training

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