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18 Rotbuchen müssen gefällt werden

Rücksicht auf Graureiherkolonie bei der Fällung im Zoo.

Foto: Magnus Neuhaus (2016)

Der größte Teil des Rotbuchenbestands im Zoo ist stark erkrankt. Zum Schutz der Besucher und unserer Mitarbeiter müssen noch im Februar 18 Rotbuchen an stark frequentierten Wegen gefällt werden. Im betroffenen Bereich siedelt seit über einem Jahrzehnt eine Kolonie von Graureihern. Diese Vogelart und deren Horste stehen unter besonderem Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes. Während der Fällarbeiten kann es zu Veränderungen in der Wegeführung kommen.

Die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Krefeld erteilt aus Gründen der Verkehrssicherheit unter Berücksichtigung des Artenschutzes eine Ausnahme für die Fällung dieser Buchen, damit keine Gefahr durch Astabbruch entsteht. Da schon seit Mitte Februar die Reiherpaare in den Horsten sitzen und dem Brutgeschäft nachgehen, werden nur dringend zu entfernende Bäume nach vorheriger Kontrolle gerodet oder stark eingekürzt. Bäume mit besetzten Horsten sind von einer Fällung nicht betroffen.

Zum Schutz der Fußgänger und Radfahrer musste der öffentliche Weg am Grotenburg-Stadion entlang der städtischen Grünanlage wegen einer Buche mit besetztem Reiherhorst und Astbruchgefahr gesperrt werden. Die Sperrung wird bis zum Flüggewerden der Jungvögel gegen Ende Mai aufrechterhalten.

In den vergangenen Jahren wurden bei regelmäßigen Kontrollen und Pflegearbeiten große Schädigungen an den Rotbuchen festgestellt. So traten im vergangenen Sommer plötzlich mehrere Starkastbrüche auf. Daraufhin wurden alle Rotbuchen erneut untersucht. Die Holzproben wurden von der Universität Göttingen begutachtet. Die Befunde sowie die festgestellten Symptome weisen auf ein komplexes Schadgeschehen hin. Neben der Buchkomplexerkrankung, dem Befall mit Schaderregern und Schädlingen, wird auf neuartige Kronenschäden der Buchen hingewiesen. Bei dieser Erkrankung kommt es zum raschen Absterben und zur raschen Erhöhung der Bruchanfälligkeit auch oberer Kronenäste.

Der Verlauf dieser Erkrankung der Buchen soll im Zoo über mindestens zwei Jahre beobachtet werden, um eine sichere Prognose stellen zu können. Des Weiteren soll ein Konzept für den Baumbestand und für den Umgang mit der Reiherkolonie entwickelt werden. Für die erforderlichen Fällungen sind Ersatzpflanzungen eingeplant. Vorgesehen ist ein robuster vielfältiger Mischwald mit überwiegend einheimischen Baumarten.