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Das Projekt "Nashornauswilderung" geht in die finale Phase!

Mandela, Sohn „unseres“ Thabos, wird ausgewildert.

Foto: Vera Gorissen / Thabo mit Mama Nane

Letztes Jahr haben wir euch bereits darüber informiert, dass Mandela, Sohn „unseres“ Thabos, auserkoren wurde, als eines von fünf Spitzmaulnashörnern in Rwanda ausgewildert zu werden. Dem ist er nun einen Schritt näher gekommen.

Doch von Anfang an: Zunächst stand für ihn im letzten November die Reise von Dänemark nach Tschechien in den Safari Park Dvůr Králové an, in dem die fünf Nashörner zusammengeführt und auf die Auswilderung vorbereitet wurden. Drei der Fünf, die Damen im Bunde, warteten bereits auf die zwei Zugereisten: Jasiri, Jasmina und Manny wurden alle im tschechischen Park geboren. Männliche Unterstützung erhielt Mandela durch Bulle Olmoti, der aus England zur Gruppe dazustieß. Alle Tiere waren zwischen zwei und neun Jahre alt. In Tschechien wurde die Gruppe nicht nur auf das Leben in freier Wildbahn vorbereitet, sondern besonders auch auf den langen Flug dorthin.

Vor knapp drei Wochen war es dann endlich soweit:
Für die Fünf begann der Umzug in den Akagera National Park in Rwanda. Mit gut 6000 km Länge und ca. 30 Stunden Reisezeit war es die größte Umsiedlung von Nashörnern von Europa nach Afrika, die jemals stattgefunden hatte.

Rwanda wurde bis vor einigen Jahren noch von schweren Kämpfen erschüttert, gehört heute jedoch zu einem der sichersten Länder Afrikas. Auch für die Nashornpopulation sah es lange Zeit eher schlecht aus. 2007 wurde das Spitzmaulnashorn in dem Land als ausgestorben erklärt. Zehn Jahre später, 2017, wurde ein neuer Versuch gestartet und 18 Nashörner aus Südafrika im Akagera-Nationalpark ausgewildert. Zu genau diesen Tieren stoßen nun Mandela und seine Artgenossen. Damit soll die Population noch einmal gestärkt werden, auch deshalb, weil es sich bei „unseren“ Nashörnern um nochmal stärker bedrohte östliche Spitzmaulnashörner handelt. Während es insgesamt bereits nur noch etwa 5.000 Spitzmaulnashörner in Afrika gibt (sie gelten aus „vom Aussterben bedroht“), sind es beim Östlichen sogar nur noch 1.000. Täglich werden etwa 3 Nashörner Opfer von Wilderern. Im Akagera National Park sieht die Lage besser aus. Dort ermöglichen Wildhüter und Aufklärungsarbeit die ungestörte Entfaltung der dortigen Tierwelt. Deshalb haben Mandela und Co. auch gute Chancen, ein langes Leben in Freiheit zu genießen.

Bis es soweit ist, dauert es allerdings immer noch ein bisschen. Denn jetzt sind die Fünf zunächst in „bomas“ untergebracht – kleinen Gehegen, die aus Holzpfählen gebaut sind. Hier sollen sich die Tiere zunächst einmal an die neue Umgebung gewöhnen. Später dann werden sie in größere Gehege in einer Gegend umziehen, die besonders streng geschützt ist. Erst, wenn sich alle Tiere auch dort gut eingewöhnt haben, werden sie im letzten Schritt im Norden des Akagera National Parks in die Wildnis entlassen.

Dann ist Mandela, der Enkel unserer Nane, eines von 23 Spitzmaulnashörnern in Rwanda. Wünschen wir ihm ein schönes, langes Leben und viele Nachkommen!