Große Freude im Affenhaus

Orang-Utan Weibchen Sungai hat ihr erstes Jungtier bekommen.

Sungai hält sich derzeit noch viel hinter den Kulissen auf.

Große Freude im Affentropenhaus: In der Orang-Utan Gruppe hat Sungai ihr erstes Jungtier bekommen. Der männliche Nachwuchs kam am 1. Juni um 8.30 Uhr zur Welt. Das ist eher ungewöhnlich, denn meist kommen die Babys nachts zur Welt. Da es ihr erstes Baby ist, schauen die Pfleger genau hin, wie es ihr geht und ob sie sich ausreichend um ihren Sohn kümmert. „Derzeit verlässt Sungai das Wochenbett nur sporadisch und zieht sich immer wieder hinter die Kulissen zurück. Im Gegensatz zu Lea, welche derzeit mit Suria ebenfalls ein Jungtier aufzieht, fehlt Sungai einfach noch die Routine“, so Zoodirektor Dr. Wolfgang Dreßen.

Nun leben in der Krefelder Orang-Utan Gruppe gleichzeitig drei Generationen. Lea kam 1993 hier zur Welt, sie ist die Mutter von Sungai, die 2004 geboren wurde. Erst im Dezember hatte Lea ihr drittes Jungtier, Suria, zur Welt gebracht. 

Der Zuchterfolg im Zoo ist besonders wertvoll, weil die Orang-Utans zu den auf der roten Liste stehenden besonders bedrohten Arten gehören. Orang-Utans leben nur auf den beiden asiatischen Inseln Borneo und Sumatra. Weil ihr natürlicher Lebensraum, der tropische Regenwald, dort in erschreckendem Tempo abgeholzt wird, sind die Menschenaffen mit dem roten Fell äußerst gefährdet.

Krefelds Zoodirektor Dr. Wolfgang Dreßen bereiste erst im Oktober des vergangenen Jahres Borneo und besuchte eine Reihe von Projekten zur Wiederausbürgerung beschlagnahmter junger Orang-Utans, die von Wilddieben illegal in den zerstörten Lebensräumen gefangen wurden. Dreßen: „Während in den vergangenen Jahrzehnten die Gewinnung von Rohstoffen wie Kohle, Erze und Tropenhölzern die Hauptgefährdung der Regenwälder Indonesiens darstellte, sind es heute großflächige Brandrodungen zur Gewinnung von Anbauflächen für Ölpalm-Plantagen.“ Um dem Raubbau an der Natur entgegen zu wirken und den Orang-Utans eine Überlebenschance zu geben, bemühen sich Naturschutzorganisationen wie der WWF oder die BOS-Stiftung (Borneo Orang-Utan Survival) seit Jahren um Aufklärung der Bevölkerung sowie um die Einrichtung von Schutzgebieten wie Nationalparks. Diese Organisationen werden auch vom Krefelder Zoo unterstützt, der zugleich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm für Borneo-Orang-Utans teilnimmt, das seine etwa 170 in europäischen Zoos gehaltenen Tiere als Zoo-Botschafter der frei lebenden Artgenossen sieht.