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Spitzmaulnashorn Nane ist tot

Trauriger Abschied von fünffacher Mutter

Nane 2016 mit Najuma, ihrem Jungtier Nummer fünf. Foto: Vera Gorissen

Zahlreiche Nachkommen von Nane und Usoni leben in den europäischen Zoos, zwei Enkel wurden erfolgreich nach Ruanda ausgewildert.

Vergangene Woche mussten sich die Zoomitarbeiter von der 31 Jahre alten Nashornkuh Nane verabschieden, nachdem diese schwer erkrankt war. Für alle ist es ein trauriger Abschied von einem außergewöhnlichen Tier. Sie ist Mutter von fünf Jungtieren und Großmutter von sieben Enkeln. Zwei ihrer Enkel, Manny und Mandela, wurden 2019 mit vier weiteren Nachzuchten aus europäischen Zoos nach Ruanda ausgewildert. Pfleger*innen und Tierärztinnen mochten die vertrauensvolle, entspannte Nashornkuh und vermissen sie sehr.

Das Spitzmaulnashorn wurde intensiv von den beiden Zootierärztinnen behandelt, die sich für Untersuchungen und Narkosen zusätzlich externe Unterstützung von Spezialisten in der Behandlung der sensiblen Dickhäuter holten. Zunächst sah es so aus, als erholte sich das Tier von der Erkrankung. Nach einer erneuten dramatischen Verschlechterung des Gesundheitszustandes, entschied sich der Zoo schweren Herzens die Nashornkuh einzuschläfern. Die folgende Sektion ergab eine schwere Darmerkrankung, die in dem bis zu 20 Meter langen Darm keinesfalls operabel gewesen wäre.

Nane wurde 1991 im Zoo Berlin als viertes Jungtier ihrer Mutter geboren. Daher ihr Name, der „Die Vierte“ bedeutet. Sie zog 1994 in Krefeld ein und lebte zunächst mit dem Bullen Jakob hier. Dieser hatte jedoch wenig Erfolg bei ihr und wurde vom Zuchtbuch nach Frankreich umgesiedelt. 2003 zog dann Bulle Usoni ein. Die beiden harmonierten sofort. Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten. Im Februar 2006 kam Davu als erstes Spitzmaulnashorn in NRW zur Welt. Diese Sensation bescherte dem Zoo einen immensen Besucherzulauf und markierte den Beginn der Erfolgsgeschichte in der Nashornzucht. Zügig folgten vier weitere Jungtiere: Thabo (2008), Kibibi (2010), Nabila (2013) und Najuma (2016). Najuma war das erste Jungtier, das in Krefeld unter freiem Himmel geboren wurde. Sie kam am frühen Morgen auf der gerade eröffneten neuen Außenanlage zur Welt. Nach dem Umzug von Najuma 2019 veränderte sich der Zyklus von Nane und sie duldete Bullen Usoni auch außerhalb ihrer Hitze in ihrer Nähe. So konnten die Besucher die beiden Spitzmaulnashörner, die normalerweise Einzelgänger sind, häufiger einträchtig nebeneinander dösen sehen.

Nashörner, insbesondere Spitzmaulnashörner, sind stark bedroht. Im Schnitt wird alle 22 Stunden ein Nashorn gewildert. Ziel ist immer das Horn, das wegen seiner angeblichen Heilwirkung mit Gold aufgewogen wird. Die Tiere werden schwer verletzt oder tot zurückgelassen. Bei einer Auswilderung, wie von den Enkeln des Krefelder Paares, ist der Schutz der Tiere daher besonders wichtig. Ranger sorgen für Sicherheit, der Aufenthaltsort der Tiere wird mit Hilfe von Sendern überwacht. Der Zoo Krefeld unterstützt daher schon seit Jahren den Nashornschutz in Afrika durch Spenden an www.savetherhino.org. Auf der website gibt es umfassende Informationen über Bedrohungen und erfolgreiche Schutzprojekte für die liebenswerten Dickhäuter.

Bulle Usoni soll in Krefeld nicht allzu lange alleine bleiben. Er ist erst 28 Jahre alt und kann bei einer Lebenserwartung von bis zu 45 Jahren noch für weiteren, wichtigen Nachwuchs sorgen. Das Zuchtbuch hält Ausschau nach einer würdigen Nachfolgerin. Nane aber wird immer in wunderbarer Erinnerung bleiben.