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Zoo Krefeld freut sich über einen Neuanfang beim Sumatra-Tiger

Zoos kooperieren weltweit mit Erfolg beim Erhalt und Schutz von hochbedrohten Wildtieren

Foto: Vera Gorissen

Foto: Vera Gorissen

 

Mit dem Einzug der zweijährigen Sumatra-Tiger-Katze „Mau“ aus dem tschechischen Zoo Jhilava beginnt im Zoo Krefeld ein neues Kapitel in der Haltung der hochbedrohten Großkatze, nachdem das bekannte und erfolgreiche Zuchtpaar „Sutera“ und „Beludru“ (Samt und Seide) altersbedingt verstorben war. Zwischenzeitlich waren aus dem Zoo Münster und aus dem Kölner Zoo Sibirische Tiger aufgrund von Gehegeneubauten in ihrem Heimatzoos übergangsweise Krefeld eingezogen. Anfang kommenden Jahres kommt aus dem Naturzoo Rheine der dann zweijährigen Kater „Leopold“ als Partner für die Katze. Die Tiger wurden vom Europäischen Erhaltungszuchtprogramm ausgewählt und sollen in Krefeld mit ihrem Nachwuchs einen Teil zum Arterhalt der Sumatra-Tiger beitragen.

Alle Tigerarten sind im Freiland durch Lebensraumverlust und Bejagung akut vom Aussterben bedroht. Im Zoo Krefeld lebt mit dem Sumatra-Tiger die kleinste Unterart der gestreiften Großkatze. Auf Sumatra ist ihre Anzahl durch Lebensraumverlust (z.B. durch Palmölplantagen) und Bejagung (für die traditionelle chinesische Medizin) auf nur noch 300-400 Tiere zusammen geschmolzen. Damit steht diese wunderschöne Katzenunterart kurz vor der Ausrottung!

Die Nachzucht der hoch bedrohten Sumatra-Tiger in Zoos im Rahmen des europäischen Zuchtbuchs ist für die Schaffung einer Reservepopulation der wichtigste Schritt zum Überleben der Tiger. Zoos helfen dem Überleben dieser Art nicht nur durch den Aufbau einer Reservepopulation, sondern sind aktiv in den Artenschutz vor Ort involviert. So koordiniert die Zoological Society London nicht nur das internationale Zuchtbuch dieser Art, sondern ist Mitbegründer der „Wildcats conservation alliance“ (https://conservewildcats.org/portfolio/indonesia), welche zahlreiche Schutzmaßnahmen in Sumatra koordiniert. Diese werden zu 75% aus Spenden von Zoos finanziert (https://conservewildcats.org/zoo-support). Auch der Zoo Krefeld unterstützte jahrelang ein Projekt im Kerinci Seblat National Park finanziell.

Neben der Arterhaltung in den Zoos ist auch die Wiederauswilderung von in Menschenhand geborenen Raubkatzen möglich. Ein Beispiel vor unserer Haustür ist etwa die gelungene Wiederansiedlung der europäischen Luchse und Wildkatzen in Deutschland. Auch die Wiederansiedelung der schottischen Wildkatze wird zurzeit in Zusammenarbeit mit dem Highland Wildlife Park vorbereitet (www.rzss.org.uk/support-us/wildcats-campaign).
Ein weiteres aktuelles Auswilderungsprojekt, an welchem die europäischen Zoos beteiligt sind, betrifft den Iberischen Luchs, die weltweit am stärksten bedrohte Katzenart. Hier wurden im Rahmen des Iberian Lynx Progams einige Individuen aus der Natur gefangen, um die Genetik der schon in Menschenhand befindlichen Population zu verbessern und in spanischen Zoos und 4 Zuchtzentren eine Reservepopulation aufzubauen. Dies geschah in enger Zusammenarbeit zwischen Zoos, dem Zuchtbuch und Staatlichen Organisationen, gefördert vom LIFE Programm der EU. Zusätzlich wurden die ökologischen Rahmenbedingungen vor Ort verbessert sowie lokale Grundbesitzer und Jäger mit einbezogen. Seit 2009 wurden Individuen erfolgreich ausgewildert.
Wie diese Beispiele zeigen, findet die Zusammenarbeit der Zoos mit seriösen Artenschutzorganisationen längst statt – denn Zoos sind mit Ihrem Expertenwissen gefragte Partner, wenn es darum geht, wie Tiere gehalten, nachgezüchtet, transportiert oder veterinärmedizinisch versorgt werden.

Informationen zu Artenschutz–Organisationen, mit denen der Zoo seit Jahren kooperiert, finden sie hier.