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Zoojahr 2023: Baustart des Affenparks und Nachfolge für Zoodirektor Dr. Wolfgang Dreßen

Zoodirektor Dr. Wolfgang Dreßen und Ferank Rusch mit Bauplan

Besucherzahlen erreichten 2022 wieder das Vor-Corona-Niveau

Der Zoo schaut auf ein ebenso ereignisreiches wie erfolgreiches Jahr 2022 zurück. Im Juni war Krefeld Gastgeber der Jahrestagung des Verbandes der zoologischen Gärten (VdZ). Rund 170 Vertreter aus Zoos in Deutschland, Österreich und der Schweiz tauschten sich über Zoo- und Artenschutzthemen aus. Im Juli und August schloss sich der 50. Geburtstag der Zoofreunde Krefeld e.V. an. Mit einer Sommernacht für alle Mitglieder und einem Festakt feierte der Förderverein sein rundes Jubiläum. Im September konnten die Schimpansen Bally und Limbo erstmals ihr neues Interimsaußengehege erkunden, das ihnen bis zur Fertigstellung des neuen Schimpansenhauses zur Verfügung stehen wird.
Ende des Jahres erfolgte für 900.000 Euro aus Spenden und Versicherung der Baustart für die Erweiterung des GorillaGartens, die 2023 fertiggestellt werden soll.

2022 erreichten die Besucherzahlen wieder das Vor-Corona-Niveau, wobei 2019 das besucherstärkste Jahr des Zoos seit Beginn der Aufzeichnungen vor 40 Jahren war. Im Jahr 2022
besuchten insgesamt 410.090 Menschen (2019: 428.490/ 2018: 416.191) den Zoo. Diese Zahl ergibt sich aus 314.448 Besuchen mit einer Tageskarte (2019: 321.370) und den gezählten Besuchen der 16.467 (2019: 16.473) Jahreskarteninhaber.

2023 wird für den Zoo ein spannendes Jahr. Zentral wird der Baustart des Affenparks mit dem Bauabschnitt 1 „Warmhaus für Schimpansen mit zwei übernetzten Außenanlagen“ sein. Mit den geplanten Baukosten von 11,5 Millionen Euro ist dies das teuerste Bauprojekt seit Bestehen der gGmbH und gleichzeitig das erste Projekt, das aufgrund seines Volumens einer europaweiten Ausschreibung bedarf. Über 90 % der Kosten werden durch die Auszahlung der Versicherung und aus den Spenden an die Zoofreunde und den Zoo seit dem Affenhausbrand getragen. Zusätzlich fließen Mittel aus einer privaten Stiftung mit ein, die bereits 2018 für den ursprünglich geplanten „SchimpansenWald“ vorgesehen waren. Für die Energieversorgung des gesamten Affenparks ist der Zoo in engem Austausch mit der SWK. Angedacht ist ein Anschluss an das Fernwärmenetz. Baustart könnte nach aktuellem Bauzeitenplan bereits im Sommer 2023 sein, unter der Voraussetzung, dass die Ausschreibung glatt verläuft und alle Gewerke zügig beginnen können.

Der Bauabschnitt 1 besteht aus einem zweigeschossigen, stufenförmig aufgebauten Gebäude. Im Erdgeschoss befinden sich die Tieranlagen und der Besucherbereich, im Obergeschoss befindet sich der Tierpflegebereich. An das Gebäude grenzen nördlich eine mit Edelstahlnetzen übernetzte Außenanlage für Westafrikanische Schimpansen. Für die Planung dieser Anlage wurden die bereits fertiggestellten Pläne für den „SchimpansenWald“ in weiten Teilen wieder aufgegriffen. Südlich schließt sich eine ebenfalls übernetzte Anlage für eine Junggesellengruppe der Flachlandgorillas an. Eine dritte, kleinere Affenart soll über einen Gittertunnel die Außenanlage gemeinsam mit den Gorillas nutzen können. Gestalterisch lehnt sich der Bau an den bereits bestehenden GorillaGarten an. Im Unterschied dazu, wird das neue Haus begehbar sein, so dass Besucher in Ruhe das Verhalten der Affen beobachten und sich im Winter aufwärmen können. Große Panoramascheiben bieten Einblicke in die Innen- und Außenanlagen. In den Außengehegen werden abwechslungsreiche Landschaften mit Bäumen, Kletterstämmen, Plattformen, Wasserlauf, Rückzugshütten, Kunst- und Naturfelsen entstehen. Besucher werden die Schimpansen und Gorillas sowohl im Innen- wie Außenbereich aus bisher unbekannten Blickwinkeln intensiv erleben können. Dr. Wolfgang Dreßen: „Aufgrund ihrer guten Kletterfähigkeiten, aber auch ihrer Gefährlichkeit wird eine mit einem
Edelstahlnetz geschlossen-übernetzte Anlage – ähnlich unserer Jaguar-Anlage - entstehen. Dadurch können die Tiere die Anlage auch in der Höhe nutzen.“

Zunächst werden die Schimpansen Bally und Limbo vom GorillaGarten in das neue Haus umziehen. Sie sollen dort die Keimzelle für eine neue Schimpansen-Gruppe bilden. Die Krefelder Tiere gehören zu der hochbedrohten Unterart aus Westafrika (Westafrikanischer Schimpanse/ Pan troglodytes verus), für die ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP) eingerichtet wurde. Das EEP hat für Krefeld drei weibliche Tiere reserviert, von denen zwei mit Limbo züchten dürfen. Die ersten Jahre wird die neue Gruppe somit aus 1,4 (Männchen; Weibchen) plus eventuellem Nachwuchs bestehen.

In der Anfangszeit wird die schon bestehende Gorilla-Gruppe den neuen Gehegebereich nutzen, der mit dem GorillaGarten verbunden sein wird. Langfristig soll der Bereich für die heranwachsenden Söhne als Junggesellenbereich zur Verfügung stehen. Die Gorillas sollen mit einer kleineren Affenart vergesellschaftet werden, wie es sich in vielen Zoos bereits bewährt hat.

Dr. Wolfgang Dreßen wird den Baustart des Bauabschnitt 1 noch als Zoodirektor begleiten, bevor er Ende 2023 in den Ruhestand eintritt. Er ist seit 2003 Direktor des Zoos und seit Juli 2005
Geschäftsführer der Zoo Krefeld gGmbH. Aktuell läuft die Stellenausschreibung für seine Nachfolge. Läuft alles planmäßig, kann seine Nachfolger*in zum 1. Oktober beginnen. Eine  gleitende Übergabe wäre somit möglich.

Frontansicht des neuen Warmhauses